
wo spielt die musik, und wer trägt die verantwortung für tempo, crescendo und plattenvertrieb? (Ulrike Almut Sandig)
Eines ist sicher: die Musik spielt genau hier. "der tag, an dem alma kamillen kaufte" heißt dieses musikalische Hörbuch, und es fragt nicht nur nach Gesetzmäßigkeiten des Musikmarktes. Vor allem versammelt es Literatur im Zwölf-Zentimeter-Format, die sich hören lassen kann. Es stammt aus Tastatur und Saitensatz von zwei jungen Leipzigerinnen: Ulrike Almut Sandig studiert am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Im Mai diesen Jahres wurde sie mit dem Lyrikpreis Meran ausgezeichnet. Gemeinsam mit ihr war Marlen Pelny Mitgründerin der Literaturgruppe augenpost, die bis 2005 in den Straßen von Leipzig, Halle/Saale, Köln und anderen Städten Gedichte plakatierte.
Pelny arbeitet als freie Musikerin und Autorin. Das gemeinsame Hörbuch trägt den Titel "der tag, an dem alma kamillen kaufte" und ist das Ergebnis einer fünfjährigen Zusammenarbeit der Künstlerinnen im Rahmen ihres Bühnenprogramms ohrenpost.
Die Autorinnen lesen, sprechen, singen und flüstern eigene Gedichte, die Marlen Pelny auf der Gitarre begleitet. Damit verbinden sie Dichtung mit deutschsprachiger Songpoetry zu einem Ton, der neu klingt und dennoch an literarische Tradition anknüpft.
Pelny und Sandig wenden sich bewusst an ein Publikum, das sich für die Verwandtschaft von gesungenem und gesprochenem Wort begeistern kann. Sie machen ihr Publikum mit der Figur Alma bekannt und gehen in eigenen Gedichten der Frage nach, was Alma mit Lauch, fallenden Körpern, mit Salz und dem eigenen Puls zu tun beabsichtigt; was die Musik dabei für eine Rolle spielt, und schließlich erzählen sie von sich selbst, vom Publikum und der See, natürlich, am Ende kommt immer die See.
"der tag, an dem alma kamillen kaufte" ist ab dem 29. September 2006 in jeder guten Buchhandlung zu haben. Eine runde Sache Literatur, die den Ton angibt.
Ulrike Almut Sandig, 1979 in Großenhain, Sachsen, geboren, lebt als Schriftstellerin in Leipzig. Gemeinsam mit Marlen Pelny gründete sie 2001 die Straßenliteraturgruppe „augenpost“. Nach einem Magisterabschluss in Religionswissenschaft und Indologie begann sie 2004 ein Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie veröffentlicht Gedichte, Prosa und Kritik in verschiedenen Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen. Zuletzt erschien ihr Debütband „Zunder“ in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung Peter Hinke (Leipzig, 2005). Im Mai 2006 wurde sie mit dem Lyrikpreis Meran ausgezeichnet.
Ulrike Almut Sandig „schreibt lakonische Gedichte, fern von Tempo und zerebraler Gegenwart.“ (Paul Jandl, Neue Züricher Zeitung). „Sie ist eine Verwandlungskünstlerin, die in die Welt schaut und dem, was ihr unterkommt, etwas Fremdes, Ungewohntes, auch Rätselhaftes abgewinnt. Die Märchenwelt ist ihr nahe, in der die dunklen, verborgenen Seiten der Seele kurzfristig die Oberhand gewinnen und der Vernunft elegant ein Schnippchen schlagen.“ (Anton Thurswalder, Salzburger Nachrichten)
Marlen Pelny wurde 1981 in Nordhausen, Thüringen, geboren, wuchs in Halle/Saale auf; sie lebt und arbeitet in Leipzig als freischaffende Musikerin und Lyrikerin. Ihre Band „sonntags“ veröffentlichte 2004 ihr gleichnamiges Debüt und 2005 die CD „zwischen eigenen worten“. Gemeinsam mit Ulrike Almut Sandig gründete sie 2001 das Straßenliteraturprojekt „augenpost“, in dessen Rahmen sie bis 2005 in den Straßen von Leipzig, Halle/Saale, Köln und anderen Städten Gedichte plakatierte. Seit 2002 treten sie gemeinsam mit einem Lesekonzertprogramm auf. Im Winter 2006 erscheint der Poetryfilm “wanduhr” von Marlen Pelny und Beate Kunath, produziert von der Literaturzeitschrift comma in Chemnitz. Ihr erster Gedichtband erscheint ebenfalls im Winter 2006 in der Edition Wörtersee der Connewitzer Verlagsbuchhandlung Peter Hinke.
Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Vorbestellungen werden vom Team der Kulturwerkstatt ART gern per Mail an
art@kulturschleuder.de oder unter der Telefonnummer 03525-730328 entgegengenommen.