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2. Bühnenwechsel 2004
Geschrieben von Julia Polony   

SZ vom 1. November 2004:

Zauberlehrling in vier Variationen geprobt.
Workshop für Theatergruppen im Werner-Heisenberg-Gymnasium.
Geschreiben von Julia Polony

Bühnenwechsel in Riesa Bühnenwechsel in Riesa Bühnenwechsel in Riesa

An dem klassischen Werk von Johann Wolfgang Goethes Zauberlehrling ist wohl kaum jemand während seiner Schulzeit vorbei gekommen. Doch auch über den Unterricht hinaus hat der Lausbubenstreich des kleinen Zauberlehrlings Musiker und Theaterleute zu eigenen Inszenierungen inspiriert.

Am vergangenen Wochenende stand Goethes Ballade im Werner-Heisenberg-Gymnasium im Mittelpunkt. Rund 60 Jungen und Mädchen aus Riesaer Theatergruppen trafen sich zu einem gemeinsamen Workshop. In vier Gruppen aufgeteilt, probten die Fünft- bis Zwölftklässler das Stück "Der Zauberlehrling" in jeweils unterschiedlichen Genres: Drama, Satire, Pantomime und Moderne.

"Der im letzten Jahr vom ART ins Leben gerufene Theaterworkshop soll Theatergruppen aus Riesa zusammenführen“, erklärt Christine Stump, Leiterin der Theatergruppe des Heisenberggymnasiums. "Es geht darum zu sehen, was machen die anderen." Zusätzlich holten sie fachkundige Verstärkung. Insgesamt sechs Spielleiter, die von Clownerie über Pantomime bis Schauspiel alles drauf haben, leiteten die Schüler an.

Im Raum der Pantomime-Gruppe sind die neun Teilnehmer gerade eifrig dabei, die Hexenküche des Zaubermeisters darzustellen. Kursleiter und freier Schauspieler Bernd Stahr schaut seinen Schützlingen gespannt zu. "Baut mir mal aus drei oder vier Leuten einen schönen lodernden Kamin", so sein Wunsch. Schon verbiegen und verrenken sich einige und versuchen, eine gute Figur als Feuerstelle abzugeben. Doch so ganz zufrieden ist der Fachmann nicht: "Wir wollen mit dem Körper agieren", sagt der 35-jährige Meißner seinen Schülern. "Ich möchte ganz verrückte Haltungen sehen. Seid anspruchsvoll an der Darstellung."

Während sich die Pantomimen Stück für Stück an die wortlose Inszenierung herantasten, geht es im Raum der Moderne schon etwas lauter zu. Zwar haben die Darsteller gerade eine kleine Pause eingelegt, doch das Thema ist weiterhin die Umsetzung des Zauberlehrlings in ein satirisches Werk.

Von der Idee, Goethes Klassiker unterschiedlich darzustellen, zeigt sich Ralf Güttner begeistert. "Ich finde es interessanter für die Kids, den Unterrichtsstoff auf diese Weise erlebbar zu machen", so der Fachmann für Clownerie. Er wurde nun schon zum zweiten Mal vom Stadtjugendreferat zu dem Workshop eingeladen und hat Erfahrung mit den Theaterschülern. "Es ist gut, den Schülern Freiräume zu schaffen, in denen sie sich ausleben", sagt Güttner. Das ist genau das, was die 16-jährige Alina Schofeld an dem Schauspielern so fasziniert. "Das Schlüpfen in andere Rollen macht unglaublich viel Spaß", sagt die Riesaerin. Es habe ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Den Satire-Kurs hat sie sich ausgesucht, "weil man hier Gedanken viel besser und deutlicher ausdrücken kann". Das Arbeiten mit Leuten, die selbst in dem Bereich arbeiten, ist ein anderes Arbeiten, versichert Kristin Hentschel. "Es ist einfach professioneller", so die 14-Jährige. "Obwohl unsere Theater-Lehrerin Frau Stump auch super ist." Von 9 bis 16 Uhr hatten die Schüler Zeit, sich auf ihren Auftritt vor ihren Mitstreitern und den Gruppenleitern vorzubereiten.

Dass sich die Stunden harter Arbeit gelohnt haben, zeigte der begeisterte Applaus bei den Aufführungen der vier verschiedenen inszenierten Stücke am Nachmittag im Gymnasium. Alina Schofeld war zum zweiten Mal dabei und wird wohl auch im nächsten Jahr wieder ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen.

Bühnenwechsel in Riesa Bühnenwechsel in Riesa Bühnenwechsel in Riesa

Fotos: www.swiftsite.de 

 
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