|
Riesa,
ein Abend im Wonnemonat Mai. Der Verfasser dieser Zeilen befindet sich im
kleinen Konzertraum des "art", der örtlichen
"Kulturwerkstatt". Ihm wurde eine Band ans Herz gelegt, deren
Mitglieder er zwar schon - flüchtig - kannte, jedoch noch nicht deren Musik.
Und so traf es sich gut, dass eben jene Band - Einrad - zu einem Akustik-Konzert zur Feier ihres einjährigen
Bestehens geladen hatte.
Und...
hm... ja, wirklich - das, was Einrad, deren Mitglieder sich Klemens, Joly,
Jann, Konstantin, Florian und - einmalig für diesen Auftritt - Simon nennen,
etwa eine Stunde lang auf der Bühne präsentieren, kann sich durchaus hören
lassen. Die Band spielt - abgesehen von ein paar Cover-Songs - durchweg
deutschsprachige Kompositionen, denen man die Inspiration durch deutsche
Gruppen wie Keimzeit deutlich anmerkt. Riesa ist klein, Talente in dieser
selbsternannten "Sportstadt" eher schwer zu finden und der Applaus
zum Schluss somit wohlverdient. Statt mich länger an meinem Bier festzuhalten,
raffe ich mich auf und ziehe die Band für ein kurzes Interview beiseite.
Einrads Sänger Klemens plaudert mit mir über deutsche Texte, Zukunftspläne,
Einflüsse und die Probleme regionaler Bands. Aber lest einfach selbst...
Seit wann gibt’s euch denn?
Klemens: Etwa seit Ende
Mai 2004. Also seit etwa einem Jahr.
Und auch in der Besetzung?
Ja. Der Perkussion-Spieler
[Simon, d. Red.] war nur für den Aufritt dabei. Aber wir suchen einen neuen
Gitarristen, zumindest für ein Jahr, weil unser Gitarrist jetzt nach Kuba geht.
Das sollten alle Gitarristen als Aufforderung verstehen.
Habt ihr ganz klassisch als Cover-Band angefangen?
Nee, wir haben immer eigene
Sachen gemacht. Heute haben wir das erste Mal Cover-Songs gespielt. Aber
eigentlich machen wir nur eigene Sachen - eigene deutsche Sachen.
Und wieso eigentlich deutsch? Das ist ja, wenn ich das jetzt mal so
sagen darf, relativ ungewöhnlich für eine 'junge' Band.
Naja, das ist halt die Sprache,
die man spricht und in der man sich ausdrückt. Ich könnt' jetzt nicht in
Englisch... das müsste ich doch erst alles im Kopf übersetzen. Es ist wohl am
authentischsten, wenn man in der eigenen Sprache singt - also die Sprache, die
man spricht und in der man denkt.
Also läuft das bei euch ganz unbewusst ab?
Hm, naja - die ersten Lieder
hatten deutsche Texte und wir haben dann halt weiter deutsche Texte gemacht.
Das kam dann einfach so.
Und wie oft probt ihr?
Momentan nur einmal die Woche -
höchstens, weil ich in Dresden bin und die anderen auch alle verschiedene
Sachen machen. Somit schaffen wir's nicht öfter als einmal die Woche. Was ein
bisschen schade ist, da wir öfter proben müssten.
Stimmt, einmal ist vielleicht ein bisschen wenig. Gibt es da in
nächster Zeit überhaupt irgendwelche Pläne?
Ähm... wir sind im Moment in einem Projekt drin, das nennt
sich 'Ropodaja', aus Berlin. Die unterstützen junge Bands und verschaffen ihnen
Auftritte.
Wir werden dort im Sommer ins
Studio gehen und etwa vier, fünf Lieder in Tonstudio-Qualität aufnehmen, um was
zum Verschicken zu haben, und wir sind am 6. August in Wermsdorf Vorband von
Keimzeit. Und...
(Jann unterbricht Klemens' Redeschwall)
Jann: Und was richtig zu
stellen: Das heißt 'Ropojada'. - Rock, Pop, Jazz und Dance.
Okay. Aber ihr habt momentan auch schon eine eigene CD draußen?
Naja, die haben wir mal bei uns
im Bandraum mit einem Laptop aufgenommen. Elf Lieder, an einem Tag.
Dementsprechend klingt's auch, aber wir wollten das einfach mal machen, haben
uns elf Lieder geschnappt und die draufgeknallt, einfach mal so zum Verschenken
und Verkaufen.
Also um euch bei Konzerten quasi zu repräsentieren?
Ja, na klar. Und um unsere
Musik... ein bisschen zu verbreiten, denn mit Auftritten sieht's ja in Riesa
nicht so gut aus. Deswegen ist das vielleicht ein zweiter Weg, Leute
ranzukriegen, die in bisschen gute Musik hören wollen.
Was sind eigentlich eure Haupteinflüsse?
Ist sehr unterschiedlich, da
jeder von uns andere Musik hört. Ich höre Keimzeit, Pearl Jam und solche
Sachen.
Konstantin: Red Hot Chili Peppers.
Jann: Vieles, vieles, zu
viel… ein bisschen Guano Apes vielleicht.
Joly: Folkrock, In Extremo.
Und die Band, wollt ihr das irgendwann mal professionell machen?
Naja, so 'semi-professionell'. Mal gucken, wie wir nach Berlin
weiterkommen. Jeder macht ja jetzt seinen Zivi, sein Abi oder Studium... Wir
sind, glaub' ich, alle realistisch genug, um zu wissen, dass das professionell
nichts wird, aber ein bisschen Geld und mal weiter aus Riesa rauskommen...
Also soll das weiterhin euer Hobby bleiben?
Hm... schon mit ein bisschen Ernsthaftigkeit dahinter. Aber
wir wollen nicht unbedingt davon leben oder das groß weiter rausbringen, denn
das ist in der heutigen Zeit, in der heutigen Musikszene nicht wirklich
möglich. Evan
Guilth Quelle:
Driftwood Ausgabe 5
Kontakt:
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können
Internet: www.fanzine-index.de | Einrad im Internet: www.einrad-band.de
|
|