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Die dunkle Jahreszeit ist
angebrochen. Es ist grau und düster draußen. Und es ist länger dunkel als hell.
Doch auch aus dem Dunklen kann man viel herausholen. Auch im Dunklen kann man
Spaß haben und sich darstellerisch verwirklichen.
Diese Erfahrung konnte die 8.
Klasse des Städtischen Gymnasiums Riesa, Haus „Max Planck“, vergangene Woche in der Kulturwerkstatt ART machen. Dort
hatten sie für ihr künstlerisches Profil die Aufgabe, in einer Woche mit
Mitarbeitern der Kulturwerkstatt ein Theaterstück im Schwarzlicht einzustudieren
und am Ende vor Mitschülern und Eltern ihre Arbeit in Form eines Auftritts zu
präsentieren. In gerademal 5 Tagen, einschließlich Einführung in das Medium
Schwarzlicht und der Aufführung, schafften es die 14 Schülerinnen und Schüler,
ein beeindruckendes Theaterstück auf die Beine zu stellen, das einen
großzügigen Applaus zu Folge hatte.
Die Aufgabe bestand darin, „Das
Gespenst von Canterville“ nach dem Buch von Oscar Wilde ohne Dialoge als
Theater im Schwarzlicht einzustudieren. Mit etwas anfänglicher Skepsis gingen
die Schüler ohne irgendwelche Vorkenntnisse im Bereich Theater oder
Schwarzlicht am Montag ans Werk. Bereits am Dienstag merkte man jedoch
zunehmende Begeisterung für das Thema und erste Szenen entstanden. Die
Schülerinnen und Schüler schafften es rasch, sich in die neuartigen Bedingungen
des Schwarzlichttheaters einzufinden und selbst auszuprobieren. Auch nutzten
sie die Freiheit des Schwarzlichts und ließen Dinge schweben oder verschwinden.
Die so entstandenen Szenen handelten von einer Familie, die in ein Schloss
zieht, in dem ein Gespenst vergeblich versucht, sie zu erschrecken, es jedoch
nicht schafft und sich dadurch einschüchtern lässt. Ein Gespenst, das zum Teil
nur aus einer schwebenden Maske mit einem Umhang bestand. Die Familie, die nur
mit Klamotten und Perücken dargestellt wurde, ließ viel Platz für
Interpretation, denn weder Gesicht noch Stimme waren dem Zuschauer bekannt. So
entstand eine mystisch-geheimnisvolle Atmosphäre, welche die Zuschauer in Bann
hielt und die Düsternis des sowieso schon dunklen Raumes noch unterstrich.
Ein großes Lob muss an dieser
Stelle an die Schüler ausgesprochen werden, die in fünf Tagen aus sich heraus
gingen und eine durchaus beeindruckende Leistung vollbrachten. Vor allem wenn
man betrachtet, dass sie absolute Neulinge auf dem Gebiet Theater waren,
gebührt ihnen ein ganz spezielles Lob. Aber auch mir hat es gezeigt, dass es
immer wieder eine Freude ist, Menschen mit kreativer und künstlerischer Arbeit
zu begeistern.
Da die Kulturwerkstatt dieses
Angebot bereits seit fünf Jahren für Schulen anbietet, hoffen wir auch für das
nächste Jahr, Schüler dieser Altersgruppe dafür zu begeistern, mal selber auf
der Bühne zu stehen und vor allem das Medium Schwarzlicht kennenzulernen, da es
so viel Freiheit für Kreative Gedanken und Umsetzung gibt.
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