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Ausstellung Fotografie 4 Uhr nachmittags Sebastian Schultz |
4 Uhr nachmittags - eine Fotografieausstellung über Alzheimer-Demenz von Sebastian Schultz
4 Uhr nachmittags ruft die Bäckerin an und fragt, wann die am Morgen bestellte Torte abgeholt wird. Allerdings kann sich Christa B. nicht mehr daran erinnern. So seht es auf einer weißen Tafel in einem weißen Raum. Anfangs wirkt der Raum leer. Doch schnell wird klar, dass er Raum schafft für die intensive Begegnung mit den Blicken einer Frau und der Vergänglichkeit des Lebens, welches sich in ihrem Gesicht widerspiegelt. Neun Portraitfotografien zeigen eine bunte Mischung aus Skepsis, Gelassenheit, Nachsinnen über Verblassendes aber auch ein charmantes Augenzwinkern
An der benachbarten Wand ist das Foto eines blonden Puppenkopfes mit purpurroten Lippen zu sehen. Der Blick wirkt starr und in die Ferne gerichtet. Es fällt eine gewisse Ähnlichkeit zu Christa B. auf. An einer anderen Wand ein Bild mit einer naiven Steingutfigur, zwei alte Herrschaften sitzen idyllisch auf einer Bank. Der Blick des Mannes auf die Frau gerichtet. Die Frau hält einen Teddybären in beiden Händen. Ist sie wieder in ihrer Kinderwelt? Im hinteren Teil des Raumes hängen Fotografien von der Decke mitten in den Raum hinein, ähnlich einem Labyrinth. Die Bildmotive bilden die direkte Wohnumgebung der Seniorin ab. Doch sie sollen nicht als Dokumentation funktionieren, sondern vielmehr die Vielschichtigkeit des Themas Demenz unterstreichen. Drei Uhren, die niemand mehr benutzt, ein Stecker, der neben der Steckdose liegt oder feine Spinnenfäden lassen die verschiedensten Assoziationen seitens des Betrachters zu. Eine wirklich bestaunenswerte Arbeit, die viele Besuche zum Nachdenken und zu Beifall (grenzenlose Begeisterungstürme ☺) angeregt hat.
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