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Der Traum vom
Morgenland muss keineswegs ausgeträumt sein. Zu dieser Feststellung kam einfach
jeder theaterbegeisterte Zuschauer, der am 3. September die ultimative
Vorstellung im Art auf der Klötzerstraße besucht hat. Dort wurde die
fantastische Geschichte von Michael Endes „Traum vom Morgenland“ derart
faszinierend an das Publikum herangetragen, dass man dieser Leistung großen
Respekt zollen muss.
So beeindruckten vor allem Hauptdarsteller durch umfangreiche Dialoge, die mit
ihren Rollen eine ungemeine Textlernleistung widerspiegelten. All dies wäre
aber nur halb so gelungen, wenn nicht das schauspielerische Können beeindruckt
hätte. Auffallend sensibel in ihrer Körpersprache wirkte zum Beispiel Katharina
Jung in der Rolle der Eli zusammen mit Andreas Grajek, ihrem Liebsten, Prinz
Joan.
Auch die einerseits melancholische, andererseits in seinem Gefühl für Elli
von Egoismus zerfressene Figur des Spiegels Kalophain wurde durch Martin Polke
überzeugend verkörpert.
Absolut teuflisch waren die Auftritte der Gegenspielerin der jungen Leute, der
Angramain, einer boshaften Spinnenfrau, super gespielt von Anne Talhofer. Auch
komische Situationen, zum Beispiel dargeboten durch den Narren (Stephanie
Reisner), den Eheminister (Anne Pichelmann) oder die Bräute (Carolin Bannorth,
Susann Stein, Felix Ritter) hatten ihre Reize.
Einige der Figuren fungierten in Doppelrollen, so die Spinnenbeine Carolin B.,
S. Stein und Stefanie Kresse. Applaus gab es an diesem Abend reichlich. Große
Anerkennung allen Beteiligten, auch der Spielleiterin Andrea Böhme.
Programmheft:
 In der heutigen Zeit dreht sich alles um große Gefühle:
Liebe, Hass, Sehnsucht und das Bedürfnis zu erkennen, wer man ist. Nicht weit
von diesen spinnen Menschen Intrigen, um so ihr „Glück“ schneller zu erlangen.
Lassen Sie sich fangen von einem Netz aus tausend Fäden voller Magie, Zauberei
und Träumen. Einen kurzen Moment lang, werden Sie mit offenen Augen träumen
können ...
Der alternde Clown Jojo steht vor der schwersten Frage seines
Lebens, der beständige Misserfolg hat ihn in den Sog des Alkohols gezogen. Er
versucht zu verdrängen, dass eine existentielle Entscheidung zu treffen
ist: Seine Zukunft hängt davon ab, ob er sich von der kleinen Eli trennt oder
für das Mädchen sorgt. Mit dieser Last auf seinem Herzen erzählt er ihr eine
Geschichte, eine Geschichte, wie nur Jojo sie erzählen kann. Und mit ihrem Ende
wird auch Elis Schicksal besiegelt.
Soundtrack:
Die Musik zum Stück stammt vom Musikprojekt Nachtigall. Einige Titel stammen von deren Album "zeitenfern", andere wurden von der Gruppe eigens für die Inszenierung erarbeitet.
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