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Vom Morgenland träumen
Geschrieben von Ines Roick   

Bild: Der Traum vom Morgenland - Plakat - Kulturwerkstatt ARTDer Traum vom Morgenland muss keineswegs ausgeträumt sein. Zu dieser Feststellung kam einfach jeder theaterbegeisterte Zuschauer, der am 3. September die ultimative Vorstellung im Art auf der Klötzerstraße besucht hat. Dort wurde die fantastische Geschichte von Michael Endes „Traum vom Morgenland“ derart faszinierend an das Publikum herangetragen, dass man dieser Leistung großen Respekt zollen muss.

So beeindruckten vor allem Hauptdarsteller durch umfangreiche Dialoge, die mit ihren Rollen eine ungemeine Textlernleistung widerspiegelten. All dies wäre aber nur halb so gelungen, wenn nicht das schauspielerische Können beeindruckt hätte. Auffallend sensibel in ihrer Körpersprache wirkte zum Beispiel Katharina Jung in der Rolle der Eli zusammen mit Andreas Grajek, ihrem Liebsten, Prinz Joan.
Auch die einerseits melancholische, andererseits in seinem Gefühl für Elli von Egoismus zerfressene Figur des Spiegels Kalophain wurde durch Martin Polke überzeugend verkörpert.

Absolut teuflisch waren die Auftritte der Gegenspielerin der jungen Leute, der Angramain, einer boshaften Spinnenfrau, super gespielt von Anne Talhofer. Auch komische Situationen, zum Beispiel dargeboten durch den Narren (Stephanie Reisner), den Eheminister (Anne Pichelmann) oder die Bräute (Carolin Bannorth, Susann Stein, Felix Ritter) hatten ihre Reize.

Einige der Figuren fungierten in Doppelrollen, so die Spinnenbeine Carolin B., S. Stein und Stefanie Kresse. Applaus gab es an diesem Abend reichlich. Große Anerkennung allen Beteiligten, auch der Spielleiterin Andrea Böhme.


Weitere Aufführungen:

15. Oktober 2005, 20.00 Uhr: Steinhaus Bautzen

   
Programmheft:

Bild: Programmheft - Der Traum vom Morgenland - Kulturwerkstatt ARTBild: Programmheft - Der Traum vom Morgenland - Kulturwerkstatt ARTIn der heutigen Zeit dreht sich alles um große Gefühle: Liebe, Hass, Sehnsucht und das Bedürfnis zu erkennen, wer man ist. Nicht weit von diesen spinnen Menschen Intrigen, um so ihr „Glück“ schneller zu erlangen. Lassen Sie sich fangen von einem Netz aus tausend Fäden voller Magie, Zauberei und Träumen. Einen kurzen Moment lang, werden Sie mit offenen Augen träumen können ...

Der alternde Clown Jojo steht vor der schwersten Frage seines Lebens, der beständige Misserfolg hat ihn in den Sog des Alkohols gezogen. Er versucht zu verdrängen, dass eine existentielle Entscheidung zu treffen ist: Seine Zukunft hängt davon ab, ob er sich von der kleinen Eli trennt oder für das Mädchen sorgt. Mit dieser Last auf seinem Herzen erzählt er ihr eine Geschichte, eine Geschichte, wie nur Jojo sie erzählen kann. Und mit ihrem Ende wird auch Elis Schicksal besiegelt.

 

Soundtrack:

Die Musik zum Stück stammt vom Musikprojekt Nachtigall. Einige Titel stammen von deren Album "zeitenfern", andere wurden von der Gruppe eigens für die Inszenierung erarbeitet.

 
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