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Sand im Getriebe - Bausoldaten in der DDR |
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„Ich bin Zivi“ – dieser Spruch
lässt offen, ob jemand aus einer pazifistischen Grundüberzeugung keine Waffe in
die Hand nehmen wollte, einfach nur keinen Bock auf den Bund hatte oder Zivildienst schon zum Mainstream gehört.
Die Kulturwerkstatt ART bot gemeinsam mit dem Kulturschleuder e.V. einen
Zeitensprung in die DDR, wo diese Entscheidung mit einer Vielzahl von
Konsequenzen verbunden war. Bausoldaten hießen die jungen Männer, welche 18
Monate kaserniert untergebracht statt einer Knarre einen Spaten hatten. Wer
diesen Weg wählte, konnte damit rechnen, keinen Studienplatz zu bekommen, erst
mit 26 Jahren eingezogen und in die Liste der Staatsfeinde aufgenommen zu
werden.
Vom Sand im Getriebe der DDR berichtete vom 9. April bis zum 9. Mai 2005 die Ausstellung „Briefe von der waffenlosen Front“ mit einer Vielzahl von Informationen und Orginaldokumenten über die so genannten Spatentrupps in der DDR sowie der Bilderausstellung „99 Luftballons“ mit Grafiken, Aquarellen und Ölbildern des Künstlers Michael R. Dyroff aus seiner Zeit als Bausoldat.
Die Eröffnung der Ausstellung begleitete Christian "Kuno" Kunert mit seinem musikalischen Programm. 1975 schrieb Christian Kunert (ehem. Bausoldat in Prora und Keyboarder der Band Renft) einen Song über die Entscheidung Armee, Bausoldat oder Verweigerung. Dies brachte ihm ein Auftrittsverbot ein. Nach seiner Unterschrift gegen die Ausweisung von Biermann wird er als „Asozialer“ verhaftet und nach neun Monaten Gefängnis als Staatsfeind zur Ausreise gezwungen.
Bilder: Sebastian Schultz. www.photo-kultur.de
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