.jpg) | Kurzzusammenfassung: Prinz Leonce aus dem Reiche Popo, Müßiggänger aus Zwang und krankhaft gelangweilt, soll mit Prinzessin Lena aus dem Reiche Pipi vermählt werden. Von diesem vorbestimmten Schicksal gar nicht angetan macht sich der Prinz zusammen mit seinem Freund Valerio auf, eben jenes selbst in die Hand zu nehmen! Die Prinzessin empfindet ebenso und macht sich auf den Weg, auch ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Ob die beiden erfolgreich sein werden, erleben Sie in diesem Stück! Intention: Eine Geschichte ohne Moral, aber keine amoralische Geschichte! So könnte man Georg Büchners kleines Stück über das Schicksal, die Sinnsuche und die Liebe im Deutschland der Kleinstaaterei am besten bezeichnen. Weil selbige Themen auch heute noch von erheblicher Relevanz sind, ist es erklärtes Ziel dieser Inszenierung zu versuchen, diese gegenwärtige Bedeutung dem Zuschauer aufzuzeigen, nahe zu bringen und natürlich zum Nachdenken anzuregen. Das Stück will politische, ideologische und gesellschaftliche Verhältnisse darstellen und kritisch hinterfragen, z.B. devote Untertanen oder realitätsferne Herrscher. Außerdem gelingt es so, die damaligen philosophischen Ansichten als für die Lösung der sie beschäftigenden Probleme ungeeignete Disziplin darzustellen! Auch kann man Büchners Stück als Ablehnung der eskadapischen Tendenz seiner Zeitgenossen zur Romantik und zum Biedermeier sehen. „Leonce und Lena“ spiegelt deutlich Büchners Lebensthema wider: Die Zerstörung menschlicher Freiheit und Identität, wie sie durch eine bestimmte Kultur oder Gesellschaftsordnung verursacht wird und in den beiden Klassen ihre spezifische Ausprägung erfährt. |
Sebastian Schultz: "Leonce und Lena" in Riesa Die Inszenierung frei nach Georg Büchners „Leonce und Lena“ durch die Theatergruppe der Jugendkulturwerkstatt ART, „Die EntARTeten“, hatte am Samstag Abend (12. Juni 2004) im „Stern“ Premiere. Der Dichter Georg Büchner war sowohl Romantiker als auch Realist. Sein sozialkritisches Stück „Leonce und Lena“ bedeutete für ihn die geistige Loslösung von den Romantikern. Darin thematisiert er die Einengung des Individuums durch gesellschaftliche Zwänge. „Wir waren auf der Suche nach einem klassischen Stück, das auch die derzeitige Gesellschaft kritisch hinterfragt“ erläutert Susann Krätzer, die Darstellerin des Leonce. Harte Arbeit wurde während den wöchentlichen Proben geleistet. „Für einige von uns kam auch noch der Stress mit dem Abi dazu.“ führt die 18-jährige Susann weiter aus. Umso höher ist die gelungene Inszenierung des Stückes zu bewerten. So gab es denn auch spontanen Szenenapplaus. Das Publikum wurde vom Schwung der Darsteller mitgerissen. Kein Wunder, gehen doch nachdenkliche Momente nahtlos in humorvolle Sequenzen über, stehen satirische Überspitzungen direkt neben tiefgründigen Wortspielen. Der Kontrast zwischen Ernst und Satire gewinnt durch die intensive Darstellung der Charaktere: ein melancholischer, vom Leben gelangweilter Leonce; sein Begleiter Valerio, Philosoph und Komödiant in einer Person; die zickige und hochnäsige Prinzessin Lena sowie ein konfuser und von seinem Amt völlig überforderter König. Und nicht zuletzt sind es die Nebenrollen, die dem Stück ein eigenes Leben einhauchen. Durch den hohen Anspruch, den sich die Theatergruppe gesetzt hat, entstand etwas Neues und Selbständiges. Das lag mit an der theaterpädagogischen Betreuung von Andrea Böhme, die den Darstellern größtmöglichen Freiraum bei der Inszenierung gewährte: „Angefangen von der Auswahl des Stückes, über die Textarbeit bis hin zur Inszenierung war es ein weiter Weg.“ Insgesamt 2 Jahre haben die 13 bis 19-jährigen an der Inszenierung gewirkt. Und es hat sich gelohnt. Mehr als 150 Zuschauer folgten der Einladung in den „Stern“. Für Nicole, eine der jüngsten Darstellerinnen, war es der erste Auftritt vor größerem Publikum: „Ich war sehr nervös, aber die gute Stimmung der anderen hat mir sehr geholfen.“ (13.06.2004) .jpg)
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| Lena (Juliane Zitzke) und Leonce (Susann Krätzer): „So träume dich selig und lass mich dein seliger Traum sein.“ | Valerio (Monique Prieps) und Leonce (Susann Krätzer) | Valerio (Monique Prieps) und Leonce (Susann Krätzer) |
Bilder: Sebastian Schultz
Auführungen | 12. Juni 2004 | Premiere: 20 Uhr in der Stadthalle Stern, Riesa | | 18. Juni 2004 | Radebeul: 20 Uhr 30 auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen | | 28. Juni 2004 | Riesa: 18 Uhr im Werner-Heisenberg-Gymnasium | | 12. Juli 2004 | Zwota, bei Klingenthal: 5. Internationaler Jugendtheatersommer “ZwieKlang”, 20 Uhr im Gasthaus "Walfisch" | | 14. Juli 2004 | Weimar: 20 Uhr im EJB Weimar | | 15. Juli 2004 | Bautzen: 19 Uhr im Steinhaus |
Wir danken allen Einrichtungen, die uns ihre Bühnen zur Verfügung gestellt haben.
Bilder von der Tournee .jpg)
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| nach der Aufführung in Bautzen | in Weimar, inklusive der beiden Techniker für Licht und Ton Obi und Felix |
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