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„Weihnachten im Frühling“ lautete einer der Titel der Band Schulbus, die am vergangenen Freitag zu Gast auf der Wechselbühne der Kulturwerkstatt ART war. Das Berliner Trio spielt Noise-Jazz, bei dem das Erzeugen und Produzieren von Geräuschen ein elementarer Bestandteil der Musik ist.  Im Jazz spielen Normen eine eher untergeordnete Rolle, was sich neben dem vielseitigen musikalischen Können der drei Musiker unter anderem in der Namensgebung der Titel widerspiegelt. Allesamt von Gitarrist Hannes Buder komponiert, tragen die einzelnen Werke Titel wie „Soziophob I“, „Perfektionistische Liebe“ oder „Revange of Peggy Perfect“, einem Titel über eine Werbefigur auf Scheuerlappen. „Unser Noise-Jazz zeichnet sich durch eingängige Gitarrenriffs sowie die teilweise improvisierten und melodischen Verläufe des Saxofons im Zusammenspiel mit den Klangexperimenten am Schlagzeug aus“, so Drummer Hannes Lingens, der inzwischen ein oft und gern gesehener Gast auf der Wechselbühne ist. Bei jedem seiner Besuche bringt Hannes anspruchsvolle und höchst interessante Musik mit nach Riesa. Die Band Schulbus formierte sich vor knapp zwei Jahren und überzeugt seitdem durch die Vermischung groovender Rockrhythmen, kräftiger Saxofonmelodien und dem durchdachten Spiel des Schlagzeugs. Eine große Faszination geht ebenfalls von der Interaktion der Musiker miteinander aus, die sich dem staunenden Publikum als intensive Blicke sowie die heitere verbale Kommunikation der drei Musiker präsentiert. So wurden die Zuhörer im ART zum Kichern animiert, als Saxofonist Robert Menzel mit seinen beiden Bandkollegen einen sächsischen „nuja“-Sprechchor anzettelte oder sich mit ihnen in eine kurze Diskussion über die Bedeutung des Titels „Untitled Number 5“ begab. Das Riesaer Publikum nahm die für die „Provinz“ recht untypische Großstadtmusik begeistert auf und honorierte die Musiker mit energischem Applaus. „Ich mag das Riesaer Publikum“, bekennt Hannes Lingens und kann sich sicher sein, dass bei seinem nächsten Besuch im Juni im Trio mit vier(!) Instrumenten sicherlich einige Fans im Publikum sitzen werden. „Die Jazzreihe im ART begann Ende des letzten Jahres, um in Riesas Kulturlandschaft eine Lücke im Bereich innovativer und anspruchsvoller Jazzmusik zu füllen“, so Falk Zakrzewski, der die Jazzreihe organisiert. „Unterstützung finde ich bei der Kulturwerkstatt ART, die mit der Wechselbühne eine geeignete Plattform zur Verfügung stellt und im Kulturschleuder e.V., der technische Unterstützung bietet“, berichtet Falk weiter. An jedem dritten Freitag im Monat ist das Riesaer Publikum zu hochwertigem Jazz eingeladen. Highlights der nächsten Wochen sind die neben Polarkreis18 wohl bekannteste und anspruchvollste Dresdner Band „Tijuana Mon Amour Broadcasting Inc.“ am 20. April sowie zuvor das dänische Duo „MUNCK//JOHNSON“ am 20. März und die auch aus Dresden kommenden Newcomer „e.strøm“ am 23. März. Schulbus im Internet: www.myspace.com/schulbus Bild: Sebastian Schultz - www.photo-kultur.de |